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24.05. - 30.05.2020

Lodz - Die Stadt der vier Kulturen

Seminar-Nummer: 2520130004

Kosten

590,00 € Teilnahmegebühr pro Person

Preishinweis

126,00 € EZ-Zuschlag

Veranstaltungsort

Hotel Stare Kino Lodz
Piotrkowska 100
90006 Lodz

Programmbeschreibung

Warum wollte Vicki Leandros 1974 mit einem gewissen Theo unbedingt nach Łódź (Lodz)?

Möglicherweise wegen der Träume, die in der drittgrößten Stadt Polens von jeher verwirklicht wurden. Łódź bekam 1423 die Stadtrechte und bedeutet übersetzt „das Boot“.  Es  ist im 19. Jh.  in atemberaubender Geschwindigkeit zu einer der bedeutendsten Metropole der Textilindustrie herangewachsen. Vom ganzen Kontinent strömten Arbeitssuchende in das „Manchester des Ostens“, v.a.  Juden, Deutsche, Polen und Russen. Ein buntes Sprachgewirr, verschiedene Kulturen und Religionen haben das „Gelobte Land“ geprägt und  Łódź zu der Stadt der vier Kulturen gemacht.  Vertreter aller Konfessionen haben im friedlichen Zusammenleben zum Reichtum der Stadt beigetragen. Neben Fabriken und Industriekomplexe entstanden die prächtigen, im Jugendstil gebauten Villen und Stadtpaläste der Textilbarone, die die Stadtbesucher bis heute ins Staunen versetzen.

Mit Einmarsch deutscher Truppen 1939 wurde die Stadt in „Litzmannstadt“ umbenannt, das multikulturelle Zusammenleben ausgelöscht. Ende April 1940 wurde das zweitgrößte und am striktesten isolierte Ghetto im deutschen Besatzungsgebiet  errichtet.  Auf 4 Quadratkilometern wurden  170 000  Juden eingepfercht, dazu kamen noch zehntausende aus Deutschland und anderen Ländern, auch Sinti und Roma. Sie mussten Zwangsarbeit für deutsche Unternehmer leisten, bevor sie in Vernichtungslagern (Kulmhof, Auschwitz) ermordet wurden. Der Jüdische Friedhof in Łódź gehört zu den größten Europas.

In der Nachkriegszeit sank  Łódź´ Stern etwas, und obwohl die Schlote bis in die späten 1980er-Jahre rauchten, setzte der industrielle Niedergang ein. Aber seit Ende der 50er Jahre entwickelte sich Lodz zu Polens Traumfabrik: Scherzhaft „Holly- Łódź“ genannt, brachte die hiesige Filmhochschule weltbekannte Regisseure wie Roman Polanski, Andrzej Wajda und Krzysztof Kieslowski  hervor und gehört weiterhin zu den besten Europas.

Trotz Kriegszerstörungen  ist es der Stadt gelungen, viele Sehenswürdigkeiten zu erhalten.  Łódź, die „Stadt der Festivals“,  ist mit attraktiver Kulturszene, 9 Hochschulen und 3 Universitäten viel lebendiger, jünger und moderner als man denkt.   An der  längsten Fußgängerzone Europas, der ulica Piotrkowska, ausgeschmückt mit Sternen berühmter Absolventen der Filmhochschule,  befinden sich die meisten prächtigen Baudenkmäler. Łódź, die einzigartige  grüne Stadt, in der sich Fin de Siecle mit Stil Techno mischt und Jung und Alt zusammen gehören, lädt die Gäste zum Erleben unvergesslicher Momente ein.

Themenschwerpunkte:

  • Die Geschichte und Entwicklung der Stadt: ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung in der Aufstiegszeit im 19. Jh.,  in der Zwischenkriegszeit bis 1939 und in der Zeit 1945 – 1989
  • Das industrielle Erbe: die Rolle der Fabrikmagnaten fü die Identitätskultur Łódź´
  • Die Stadt der vier Kulturen: auf den Spuren der ethnischen Vergangenheiten
  •  Łódź unter der NS-Herrschaft und deren Folgen für das polnische Volk und die Stadt
  • Jüdisches Leben in Łódź vor 1939, während des 2. Weltkrieges und nach dem Krieg bis heute
  • Łódź - das Hollywood Polens;  die Rolle der Filmhochschule für die polnische und internationale Kinematographie
  • Polnisches Leben heute: gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung seit 1989
  • Die Zukunft Łódź´, seine Rolle in Polen und Europa

Leitung: Kristine Konzewski (Deutschsprachig)

Ihr Ansprechpartner

Region Braunschweig
Julius-Konegen-Str. 24b
38114 Braunschweig

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