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Lodz - die Stadt der vier Kulturen

Warum wollte Vicki Leandros 1974 mit einem gewissen Theo unbedingt nach Łódz (Lodz)? Möglicherweise wegen der Träume, die in der drittgrößten Stadt Polens von jeher verwirklicht wurden. Lodz bekam 1423 die Stadtrechte und bedeutet übersetzt „das Boot“. Im 19. Jahrhundert ist es in atemberaubender Geschwindigkeit zu einer der bedeutendsten Metropolen der Textilindustrie herangewachsen. Vom ganzen Kontinent strömten Arbeitssuchende in das „Manchester des Ostens“, v.a. Juden, Deutsche, Polen und Russen. Ein buntes Sprachgewirr, verschiedene Kulturen und Religionen haben das „Gelobte Land“ geprägt und Lodz zu der Stadt der vier Kulturen gemacht. Vertreter aller Konfessionen haben im friedlichen Zusammenleben zum Reichtum der Stadt beigetragen. Neben Fabriken und Industriekomplexe entstanden die prächtigen, im Jugendstil gebauten Villen und Stadtpaläste der Textilbarone, die die Stadtbesucher*innen bis heute ins Staunen versetzen.

Mit Einmarsch deutscher Truppen 1939 wurde die Stadt in „Litzmannstadt“ umbenannt, das multikulturelle Zusammenleben ausgelöscht. Ende April 1940 wurde das zweitgrößte und am striktesten isolierte Ghetto im deutschen Besatzungsgebiet errichtet. Auf vier Quadratkilometern wurden 170.000 Juden eingepfercht, dazu kamen noch Zehntausende aus Deutschland und anderen Ländern, auch Sinti und Roma. Sie mussten Zwangsarbeit für deutsche Unternehmer leisten, bevor sie in Vernichtungslagern (Kulmhof, Auschwitz) ermordet wurden. Der Jüdische Friedhof in Lodz gehört zu den größten Europas.

In der Nachkriegszeit sank Lodz´ Stern etwas, und obwohl die Schlote bis in die späten 1980er Jahre rauchten, setzte der industrielle Niedergang ein. Aber seit Ende der 50er Jahre entwickelte sich Lodz zu Polens Traumfabrik: Scherzhaft „Holly-Łódz “ genannt, brachte die hiesige Filmhochschule weltbekannte Regisseure wie Roman Polanski, Andrzej Wajda und Krzysztof Kieslowski hervor und gehört weiterhin zu den besten Europas.

Trotz Kriegszerstörungen ist es der Stadt gelungen, viele Sehenswürdigkeiten zu erhalten. Lodz, die „Stadt der Festivals“, ist mit attraktiver Kulturszene, 9 Hochschulen und 3 Universitäten viel lebendiger, jünger und moderner als man denkt. An der längsten Fußgängerzone Europas, der ulica Piotrkowska, ausgeschmückt mit Sternen berühmter Absolventen der Filmhochschule, befinden sich die meisten prächtigen Baudenkmäler. Lodz, die einzigartige grüne Stadt, in der sich Fin de Siècle mit Stil Techno mischt und Jung und Alt zusammen gehören, lädt die Gäste zum Erleben unvergesslicher Momente ein.

Themenschwerpunkte:

  • Die Geschichte und Entwicklung der Stadt: ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung in der Aufstiegszeit im 19. Jahrhundert, in der Zwischenkriegszeit bis 1939 und in der Zeit 1945 – 1989
  • Das industrielle Erbe: die Rolle der Fabrikmagnaten für die Identitätskultur Lodz
  • Die Stadt der vier Kulturen: auf den Spuren der ethnischen Vergangenheiten
  • Lodz unter der NS-Herrschaft und deren Folgen für das polnische Volk und die Stadt
  • Jüdisches Leben in Lodz vor 1939, während des Zweiten Weltkrieges und nach dem Krieg bis heute
  • Lodz – das Hollywood Polens; die Rolle der Filmhochschule für die polnische und internationale Kinematographie
  • Polnisches Leben heute: gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung seit 1989
  • Die Zukunft Lodz, seine Rolle in Polen und Europa

Termin

wird Ende November bekannt gegeben.

Veranstaltungsort

Hotel Stare Kino / Cinemahotel
Piotrowska 120
90-006 Lodz
Polen

Kosten

560,- € Teilnahmegebühr pro Person
120,- € Einzelzimmer - Zuschlag

Der Preis beinhaltet 6 Übernachtungen mit Frühstück inkl. aller Führungen etc.

(Stand 2019)

Leitung

Kristine Konczewski
(Deutschsprachige Leitung)