Was ist Bildungsurlaub?

Bildungsurlaub ist eine besondere Form des Urlaubs, die der beruflichen, politischen und allgemeinen Weiterbildung dient. Er wird auch oft Bildungsfreistellung genannt, um den Eindruck eines Erholungsurlaubs zu vermeiden.

Mit dem Bildungsurlaub fördert der Staat die Initiative von Arbeitnehmer_ Innen zum lebenslangen Lernen. In Niedersachsen ist die gesetzliche Grundlage das Niedersächsische Bildungsurlaubsgesetz (NBildUG), in Bremen gilt das bremische Bildungsurlaubsgesetz (BremBUG).

Bildungsurlaub schafft den Freiraum, sich fünf Tage im Jahr der persönlichen Weiterbildung zu widmen. Die Kosten teilen sich Arbeitnehmer_In (Seminargebühren) und Arbeitgeber (Lohnfortzahlung). Während bei der betrieblichen Fortbildung der Arbeitgeber weitestgehend die Inhalte bestimmt, können Arbeitnehmer_Innen diese beim Bildungsurlaub selbst auswählen.

Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

Bildungsurlaub gibt es in den meisten Bundesländern (Ausnahme: Bayern und Sachsen). Alle Arbeitnehmer_Innen sowie auch Auszubildende in der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Dienst haben Anspruch auf Bildungsurlaub. Dazu zählen auch Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte. Nicht anspruchsberechtigt sind Beamte_Innen, Richter_Innen, Soldat_Innen und Zivildienstleistende. Für sie gelten die Sonderurlaubsverordnungen der einzelnen Länder. Für Beschäftigte, die weniger als fünf Tage in der Woche arbeiten (Teilzeit), ändert sich der Anspruch auf Bildungsurlaub entsprechend.

Bildungsurlaub kann erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses genommen werden.

Erkrankt eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer während des Bildungsurlaubs oder kann wegen einer Erkrankung nicht antreten, wird die Zeit der Erkrankung nicht auf den Bildungsurlaub angerechnet. Dem Arbeitgeber (und meistens auch dem Bildungsurlaubsanbieter) muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden.

Download Programm "Bildungsurlaub 2018" (Pdf)